 ##  [Keil der Aufsetzlinie](/de/node/49820) 

 Definition

Ein keilförmiges Sedimentkörper, der an oder unmittelbar seewärts der Aufsetzlinie eines landenden Gletschers oder Eisschildes abgelagert wurde, entstanden durch konzentrierte Sedimentlieferung und Änderungen der Unterbringungsmöglichkeiten, wo aufgesetztes Eis in treibendes Eis übergeht.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

An der Aufsetzlinie trifft Sedimentzufuhr aus subglazialen und Grundlinienprozessen auf veränderte Unterbringungsbedingungen durch Auftrieb und relativen Meeresspiegel, was zu schneller lateraler und vertikaler Akkumulation führt und einen Keil bildet, dessen Geometrie Aufsetzpositionsänderungen dokumentiert.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Ein konvexer, landwärts verdickender Sedimentkeil am Schelfrand, an dem wiederholte Stillstände der Aufsetzlinie gestapelte Moräneneinheiten und dazwischenliegende feine glaziomarine Decken erzeugten, was episodischen Rückzug mit schrittweiser seewärts gerichteter Progradation anzeigt.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Jedes hangparallele Ablagerungsband nahe der Eiskante ohne Nachweis einer landwärts verdickenden Keilgeometrie zu einem ehemaligen Aufsetzpunkt oder ohne sedimentologische Signale grundlinienbezogener Prozesse als 'Aufsetzlinienkeil' zu bezeichnen.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Die korrekte Identifizierung von Aufsetzlinienkeilen liefert direkte Zwänge für frühere Aufsetzlinienpositionen, Vor- und Rückzugsraten der Eiskante und lokale Sedimentbilanzen; diese Keile fungieren oft als Vorlage für spätere Hanginstabilität oder Sedimentremobilisierung.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Eine distale Decke oder weit verbreitete hemipelagische Ablagerung ohne das charakteristische landwärts verdickende Keilprofil; die Umkehr entfernt einen diskreten Aufzeichnungsort der Aufsetzlinienablagerung und ersetzt ihn durch gleichmäßige pelagische Akkumulation.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Schließt distale Turbidite, rein durch Meeresströmungen gebildete Schelfranddeltas und proglaziale Abflussdecken aus, die kein landwärts verdickendes Verhalten Richtung Aufsetzpunkt zeigen; ist spezifisch an Grundlinienablagerungsprozesse gebunden.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Aufsetzlinienkeil versus Grundlinienmoräne: Der Keil betont einen kontinuierlichen, intern gestapelten Schürzenkörper, der an der Grundlinie aufgebaut wurde, während 'Moräne' oft diskrete Rücken oder erosiv-depositorische Pakete bezeichnet; beide können koexistieren und ineinander übergehen.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Ein Aufsetzlinienkeil ist ein landwärts verdickender Sedimentkeil, gebildet an der Übergangszone von aufgesetztem zu treibendem Eis, dessen interne Stapelung und Geometrie episodische Aufsetzereignisse aufzeichnen und lokale Sedimentverteilung sowie Hangentwicklung steuern.