 ##  [Verhältnis der Neodymisotope](/de/node/49852) 

 Definition

Das Verhältnis der Neodymisotope, üblicherweise als 143Nd/144Nd oder normiert als εNd angegeben, gemessen in authigenen Phasen und Meerwasser; weit verbreitet als Tracer für Wassermassenprovenienz und zur Bestimmung kontinentaler versus mantelbedingter Beiträge auf mittleren Zeitskalen.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Die Nd-Isotopenzusammensetzung variiert mit Alter und Lithologie kontinentaler Kruste, da 143Nd durch Zerfall von 147Sm entsteht; aufgrund relativ kurzer ozeanischer Verweilzeiten im Vergleich zu Sr spiegeln Nd-Isotope stärker regionale Signale von Wassermassen und Mischungswegen wider.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Unterschiedliche εNd-Signaturen im Pazifik- versus Atlantik-Tiefenwasser dokumentieren verschiedene Quellregionen und Mischungen; authigener Nd in Sedimenten, erhalten in Fe–Mn-Beschichtungen oder Fischzähnen, kann vergangene Advektion von Wassermassen und Provenanzwechsel aufzeichnen.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Die Behandlung von εNd aus Bulk-Sedimenten als einfache Quellfingerabdruck ohne Berücksichtigung detritischer Kontamination, Boundary-Exchange oder postdepositionalem Austausch mit Interstitialwässern führt zu irreführenden Interpretationen der Wassermassengeschichte.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Kombiniert mit physikalisch-ozeanographischen Zwängen und Prüfung auf nicht-authigene Beiträge erlauben Nd-Isotopenverhältnisse die Kartierung vergangener und gegenwärtiger Wassermassenwege, liefern Informationen zu kontinentalen Einträgen und verfeinern Zirkulationsmodelle.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Nur konservative Tracer wie Salzgehalt zur Provenienzbestimmung zu verwenden kehrt die diagnostische Feinheit um: Salzgehalt zeigt Mischung und Süßwassereintrag, besitzt aber nicht die lithologische Provenanzinformation und die Zeitskalenempfindlichkeit, die Nd-Isotope liefern.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Gilt für radiogene Nd-Isotopenmessungen in Meerwasser, authigenen Mineralen und bestimmten biogenen Phasen; schließt direkte Datierung aus, außer in Kombination mit anderen Systemen, und ist durch Austauschprozesse an Grenzflächen und variable Verweilzeiten begrenzt.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Es besteht Spannung zwischen der Interpretation von εNd als streng regionalem Wassermassentracer und als Provenanzindikator für Sedimentquellen; zur Auflösung sind phasespezifische Messungen und Bewertung der Grenzprozesse erforderlich.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Das Neodymisotopenverhältnis ist ein radiogener Tracer mit mittlerer Verweilzeit, der regionale Wassermassenprovenienz und lithologische Einträge erfasst; mit sorgfältiger Probenwahl und ergänzenden ozeanographischen Daten schränkt es Zirkulationswege und Quellenbeiträge ein.