 ##  [Glazial-Interglazialer Zyklus](/de/node/49956) 

 Definition

Eine quasi-periodische Abfolge zwischen kalten (glazialen) und warmen (interglazialen) Klimazuständen, vornehmlich im Quartär, verursacht durch Änderungen der Erdorbitalparameter, der Treibhausgaskonzentrationen und der Eisschilddynamik und aufgezeichnet in marinen und terrestrischen Archiven.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Klimaschwankungen entstehen, wenn externe Forcings (orbital bedingte Insolationsänderungen) mit internen Rückkopplungen (Albedo, CO2, Ozeanzirkulation) interagieren und bistabile oder langsam veränderliche Klimazustände auf Zeitskalen von 10^4–10^5 Jahren hervorbringen.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Marine δ18O-Sedimentarchive zeigen wiederholte großamplitudige Ausschläge, die mit Eisschildwachstum (Glaziale) und -rückgang (Interglaziale) in der nördlichen Hemisphäre übereinstimmen und Milanković-orbitalen Periodizitäten folgen.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Jeden pleistozänen Kaltabschnitt als eigenständiges Glazial zu behandeln, ohne die Synchronität von Eisvolumenproxies und Treibhausgasen zu prüfen, führt zu Überzählungen von Zyklen oder Feinzuteilungen von Altersstellungen.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Richtige Identifikation verknüpft Paläoklima-Proxies, Orbitallösungen und Eisschildrekonstruktionen, ermöglicht Altersmodelle, rekonstruiert Meeresspiegeländerungen und beschränkt Kohlenstoffkreislauf-Rückkopplungen.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Im Gegensatz dazu wäre eine Umkehr ein Zustand persistenter, kurzfristiger Variabilität ohne kohärente Taktung oder Verbindung zum orbitalen Forcing.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Gilt vorwiegend für quartäre großamplitudige Kontinentaleisereignisse und damit verbundene globale Signale; schließt lokale Kaltereignisse, Stadiale oder nicht-orbitale millennialen Variabilität aus, sofern nicht nachgewiesen Teil einer glazial-interglazialen Übergangsphase.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Spannung besteht zum engeren Begriff 'glazialer Zyklus', den Eisschildmodellierer zur Betonung der Eisvolumenmechanik verwenden, gegenüber 'Klimazyklus', den Atmosphärenwissenschaftler für Temperatur- und Zirkulationsänderungen nutzen.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Der glazial-interglaziale Zyklus ist die getaktete Abfolge von Wachstum und Abschmelzen kontinentaler Eismassen, gekoppelt an Treibhausgase und Ozean-Atmosphären-Rückkopplungen und dokumentiert durch marine und terrestrische Archive als dominantes quartäres Klimamuster.