 ##  [Marines Isotopenstadium](/de/node/49958) 

 Definition

Ein nummerierter Abschnitt in der quartären stratigraphischen Abfolge, definiert durch Sauerstoffisotopenverhältnisse (typischerweise δ18O) in mariner Mikrofossilienkalzit, der relative Änderungen des globalen Eisvolumens und der Tiefenwassertemperatur widerspiegelt.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Systematische Variationen im δ18O benthischer und planktischer Foraminiferen repräsentieren kombinierte Signale von Kontinental-Eisvolumen und Meerestemperatur; die stratigraphische Abfolge dieser Variationen erzeugt abwechselnde hoch-δ18O-(glaziale) und niedrig-δ18O-(interglaziale) Stadien.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Der MIS-Rahmen (z. B. MIS 1–5) dient der Korrelation von Bohrkernen: MIS 2 entspricht dem letzten glazialen Maximum mit hohen δ18O-Werten, während MIS 5e dem letzten Interglazial mit niedrigen δ18O-Werten und höherem Meeresspiegel entspricht.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Die Zuordnung einer MIS-Nummer zu einem Sedimentintervall ausschließlich anhand von Lithologie oder einem einzelnen lokalen Proxy ohne Vergleich mit der Isotopenstratigraphie kann Ereignisse zwischen Regionen fehlzuordnen.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Die Verwendung der MIS-Nomenklatur standardisiert die Korrelation zwischen marinen und terrestrischen Standorten und ermöglicht globale Synthesen von Paläoklima-, Meeresspiegel- und Eisschildzeitpunkten.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Eine Umkehr wäre, Isotopenstadien als lokale Lithostratigrafieeinheiten zu betrachten statt als global korrelierbare Chemostratigraphiemarker, wodurch die Vergleichbarkeit zwischen Standorten verloren ginge.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

MIS werden durch Sauerstoffisotopenstratigraphie definiert und sind in kontinuierlichen marinen Karbonataufzeichnungen am zuverlässigsten; sie sollten nicht angewandt werden, wenn Diagenese, Auflösung oder nicht-marine Ablagerung das Isotopensignal verändert haben.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Spannungen bestehen zwischen dem chemostratigraphischen Konzept MIS und regionalen Chronostratigraphieschemata (z. B. terrestrische Stadial-/Interstadialnamen), die nicht notwendigerweise eins zu eins mit der MIS-Nummerierung übereinstimmen.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Marine Isotopenstadien sind global korrelierbare, isotopenbasierte Intervalle, die quartäre Klimaschwankungen über das δ18O mariner Carbonate indexieren und als Grundgerüst zur Synchronisierung paläoklimatischer Archive dienen.