 ##  [Fluss Eisverlagerter Schuttpartikel (IRD)](/de/node/49976) 

 Definition

Eine sedimentologische Größe für die Masse oder das Volumen grober Materialien (Kiesel, Dropstones, grober Sand und Kies), die durch schmelzendes Eis (Eisberge, Meereis) pro Flächeneinheit und Zeitspanne auf den Meeresboden gebracht werden und als Impulse oder Lagen in marinen Sedimentkernen aufgezeichnet sind.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

In Eis eingeschlossene Fragmente werden über weite Strecken transportiert und bei der Schmelze freigesetzt; da die Freisetzung episodisch erfolgt, erscheint das sedimentäre Signal als diskrete Schichten oder Spitzen, deren Auftreten und Größe Rückschlüsse auf Kalbung, Eis-Transportwege und Ablagerungsbedingungen ermöglichen.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

In Bohrkernen aus dem Nordatlantik und dem Südlichen Ozean stimmen zentimeterdicke Dropstone-Lagen und kiesreiche Laminationen mit Heinrich-Ereignissen und anderen glazialen Intervallen überein; gemessene Zunahmen des Grobanteils und der magnetischen Suszeptibilität korrelieren mit vermuteten Anstiegen der Eisbergentladung.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Jeden Grobanteilsanstieg als IRD zu werten, ohne Korn- und Lithologieanalysen oder Hinweise auf Eis-Transport; anzunehmen, der IRD-Fluss entspräche direkt der regionalen Sedimentationsrate, wo starke Bodencurrents oder lokale Umverteilung Material verlagern.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Richtig identifiziert und quantifiziert liefert der IRD-Fluss Hinweise auf frühere Kalbungsfrequenzen, Provenienz und Bahnen von Eisbergen und kann als qualitativer Indikator für die Intensität der Hochbreitenvereisung und abrupter Klimaereignisse dienen.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Das Gegenkonzept ist die kontinuierliche hemipelagische oder pelagische Feinablagerung (Hintergrundschlamm und biogene Partikel), die einen stationären Ablagerungsmodus statt episodischer Eis-Impulse dokumentiert.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Gilt hauptsächlich für grobe, durch Eis transportierte Materialien, die in marinen Sedimenten erhalten sind; schließt glaziale Tills, subglaziale provisorische Ablagerungen und terrigene feine Sedimente aus Flüssen oder Wind aus, sofern nicht unabhängige Belege einen Eistransport nahelegen; die zeitliche Auflösung ist durch Ablagerungsrate und Bioturbation begrenzt.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Kann mit anderen Grobanteilsignalen wie Turbiditen, Schuttströmen oder lokalem Kontinentalrand-Remobilisierung verwechselt werden; zur Unterscheidung sind Provenienzdaten (Gesteinstyp, erratische Lithologien) und sedimentärer Kontext nötig.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Der IRD-Fluss ist die episodische Ablieferung grober terrestrischer oder felsischer Fragmente durch schmelzendes Eis in die Tiefsee-Sedimentfolge; in Kombination mit Korngröße, Provenienz und Stratigraphie bietet er wertvolle Einblicke in vergangene Eisbergsaktivität und glaziale Dynamik.