Definition
Ein ultramafisches Gestein, das überwiegend aus Olivin und Orthopyroxen besteht (mit variablem Clinopyroxen, Spinell oder Granat und Nebengemengteilen), den Großteil des oberen Erdmantels bildet und das Residuum nach teilweiser Schmelze ist, aus dem basaltische Magmen entstehen.

Prinzip

Prinzip
Mantelperidotit spiegelt Schmelz- und Auslaugungsprozesse im oberen Mantel wider: Grad und Tiefe der teilweisen Schmelze sowie anschließende Melt-Extraktion oder Metasomatose bestimmen Mineralogie, Fruchtbarkeit und physikalische Eigenschaften, die Schmelzproduktion und seismische Geschwindigkeiten steuern.

Demonstration

Demonstration
Mantelperidotit wird als Xenolithe in Basalten, in Mantelabschnitten von Ophiolithen und in Serpentinitkörpern beprobt; Varianten umfassen fruchtbare Lherzolithe, stärker ausgelaugte Harzburgite und stark ausgelaugte Dunitadern — ein realistisches Szenario zeigt zunehmende Auslaugung Richtung Rückenachse, wo die Schmelze am stärksten ist.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Jedes dunkle ultramafische Gestein ohne petrographische und chemische Belege als Mantelperidotit zu bezeichnen oder anzunehmen, alle Peridotite seien homogene Mantelresiduen und nicht durch Melt-Infiltration und Metasomatose veränderte Produkte.

Konsequenz

Konsequenz
Die richtige Identifikation von Mantelperidotit liefert Informationen über Mantel-Schmelzquellen, Lithosphärenstärke, Rheologie, Dichtedifferenzen, die Isostasie antreiben, und die erwartete seismische Geschwindigkeitsstruktur; sie begrenzt zudem geochemische Modelle der Basaltentstehung.

Umkehrung

Umkehrung
Die Umkehr wäre eine Quelle, die von pyroxenitischen oder eklogitischen Lithologien dominiert wird statt von Peridotit, was anderes Schmelzverhalten, Schmelzzusammensetzungen und geophysikalische Signaturen zur Folge hätte.

Abgrenzung

Abgrenzung
Bezieht sich auf ultramafische Lithologien des oberen Mantels, die von Olivin und Pyroxenen dominiert werden; schließt Mantelmineralassemblagen des unteren Mantels, krustale ultramafische Intrusionen mit veränderter Chemie und Lithologien, die von amphibolreichen metasomatischen Assemblagen dominiert sind, aus, sofern ihre mantelartige Herkunft nicht eindeutig ist.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung besteht zwischen der Auffassung des Mantelperidotits als homogenem Schmelzresiduum und dem Erkennen heterogener Manteldomänen mit Pyroxenitadern, metasomatischen Anreicherungen und recycelten Lithologien, die Schmelzsignaturen verändern.

Synthese

Synthese
Mantelperidotit ist das olivinreiche ultramafische Gestein des oberen Mantels, dessen Mineralogie und Auslaugungszustand die Geschichte teilweiser Schmelze, Melt-Extraktion und Metasomatose aufzeichnen und damit die Basaltbildung und die geophysikalischen Eigenschaften des Mantels steuern.