Definition
Ein Tiefenintervall in der Wassersäule, unterhalb dessen die Auflösungsrate von Calciumcarbonat‑Tests und Partikeln deutlich ansteigt und somit ein ausgeprägtes Erhaltungsgefälle von Karbonaten am Meeresboden entsteht.
Prinzip
Prinzip
Die Erhaltung von Karbonat wird durch den Sättigungszustand des Meerwassers gegenüber Calcit und Aragonit bestimmt, der von Druck, Temperatur, gelöstem CO2 und der Remineralisierung organischer Substanz abhängt; unterschreitet die Sättigung einen Schwellenwert, steigen die Auflösungsraten mit der Tiefe an.
Demonstration
Demonstration
Hydrochemische Profile und Sedimentkerndaten aus dem tiefen Atlantik zeigen ab etwa 3–4 km zunehmende Calcitauflösung: der Karbonatgehalt der Sedimente nimmt über ein Tiefenintervall ab und demonstriert damit eine Lysocline statt einer scharfen Grenze.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Die Lysocline als global fixe Einzeltiefe zu behandeln oder mit der Calcit‑Kompensationstiefe (CCD) zu verwechseln, führt zu fehlerhaften Schlussfolgerungen über Karbonat‑Ablagerung und -Erhalt in verschiedenen Becken.
Konsequenz
Konsequenz
Die Anerkennung der Lysocline erklärt, weshalb kalkhaltige Sedimente mit der Tiefe ausdünnen und fragmentieren, verfeinert Schätzungen zur Karbonatablagerung und Ozeanalkalinität und verbessert die Deutung paläoozeanographischer Signale in karbonatischen Mikrofasern.
Umkehrung
Umkehrung
Oberhalb der Lysocline liegt die Zone der Karbonaterhaltung, in der Calcit und Aragonit mit geringer chemischer Auflösung akkumulieren; kehren sich die Bedingungen um (höhere Sättigung), verschiebt sich die Lysocline auf flachere Tiefen oder fällt lokal weg.
Abgrenzung
Abgrenzung
Bezieht sich speziell auf die progressive chemische Auflösung von biogenen und anorganischen Calciumcarbonaten in pelagischen Umgebungen; es handelt sich nicht um ein verfestigtes Horizont und die Tiefe ist regional und zeitlich variabel abhängig von Zirkulation und Kohlenstoffkreislauf.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Lysocline wird häufig gegenüber CCD und Sättigungshorizont gestellt: Lysocline beschreibt ein Auflösungsraten‑Gradient, während CCD das langfristige Gleichgewicht von Akkumulation und Auflösung bezeichnet.
Synthese
Synthese
Die Lysocline ist das aus Meereschemie und Sedimentationsdynamik hervorgehende Tiefenintervall, in dem die Karbonatauflösung stark zunimmt; die Zusammenführung von Sättigung, biologischer Zulieferung und Sedimentation ergibt ein kontinuierliches, variabeles Modell der Karbonaterhaltung mit gewissen Unsicherheiten bei den Schwellenwerten.