Definition
Ein erhöhter Sedimentrücken oder Uferwall, der eine Unterwasserkanal- oder Schluchtachse flankiert und durch wiederholte Überbankablagerungen aus Turbiditströmen und verwandten Dichteeinflüssen aufgebaut wird; Dämme zeigen häufig gröbere, dickere Ablagerungen direkt neben dem aktiven Kanal.

Prinzip

Prinzip
Bei hochkonzentrierten Strömungen nimmt die Transportkompetenz vom Kanalzentrum weg ab und grobmaterial wird an oder nahe den Kanalrändern abgelagert; wiederholte Ereignisse stapeln diese Ablagerungen und bilden Dämme, die nachfolgende Strömungen einengen.

Demonstration

Demonstration
Paarige, oft asymmetrische Rückenkämme aus sandigeren Kiesen, die parallel zu einem aktiven Unterwasserkanal verlaufen, mit Körnungsabnahme vom Kanalrand nach außen und gelegentlichen Bruchstellen, wo Strömungen überlaufen.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Jede seitliche Erhebung oder Bank ohne Nachweis von Überbank-Turbiditablagerungen und direktem genetischem Bezug zu kanalisierten Schwerkraftströmen als Damm zu bezeichnen; Verwechslung mit Barrieren, Riffkuppen oder Konturiten.

Konsequenz

Konsequenz
Dämme beeinflussen die Kanaleinengung, fokussieren nachfolgende Strömungen, fördern kanalisierten Transport und steuern Häufigkeit und Pfade von Avulsionen; sie erzeugen außerdem vorhersehbare Faziesverteilungen, wichtig für die Reservoirmodellierung.

Umkehrung

Umkehrung
Ein Dammbruch oder schlecht entwickelter Damm führt zu lateralem Umgehen, Kanalausweitung und der Ausbildung schichtartiger Ablagerungen statt eines eingeengten Kanals und sukzessivem Dammwachstum.

Abgrenzung

Abgrenzung
Bezieht sich auf Ablagerungsuferwälle, die durch Überbankabfälle von Turbidit- und Dichteesströmungen neben Unterwasserkanälen gebildet werden; schließt erosive Bermen, biologisch gebildete Hügel, Gezeitenwälle in Flachwasserbereichen und überwiegend durch Konturströmungen gebildete Ablagerungen aus.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung zwischen 'Damm', 'Lobenrand' und 'Überbankablagerung' — 'Damm' impliziert einen durch wiederholten Überlauf eines Kanals gebildeten Rücken, während 'Lobenrand' das Ende eines depositionalen Lobus bezeichnet und 'Überbankablagerung' ein weiter gefasster Begriff ist, der keinen kontinuierlichen Rücken voraussetzen muss.

Synthese

Synthese
Ein Damm der Unterwasserschlucht ist ein neben einem Unterwasserkanal aufgebauter Bankrücken, entstanden durch sukzessive Überbankablagerungen bei Turbidit- und Dichteevents; Dämme engen Strömungen ein, formen die Kanaldynamik und erzeugen typische laterale Faziesvariationen.