Definition
Eine geplante Erfassung von Schwerewerten über ein marines oder küstennahes Gebiet mithilfe von Instrumenten und Positionierungssystemen zur Aufzeichnung räumlicher Variationen der Schwerebeschleunigung, mit dem Ziel, dichtebedingte Untergrundheterogenitäten zu kartieren.
Prinzip
Prinzip
Räumliche Variationen der gemessenen Gravitationsbeschleunigung entstehen durch laterale und vertikale Dichtekontraste; systematische Stichproben der Gravitation erlauben die Ableitung dieser Kontraste nach Korrektur bekannter externer Effekte.
Demonstration
Demonstration
Eine Schiffskampagne fährt parallele Transekten im Abstand von 5 km über einen Kontinentalrand mit einem marinen Gravimeter und Differential-GPS; Rohdaten werden zeitmarkiert und mit Bathymetrie verknüpft, um Roh-Gravitätslinien für die weitere Verarbeitung zu erzeugen.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Eine spärliche, weit auseinanderliegende Messstation als hochauflösende Karte zu behandeln oder unkorrigierte Instrumentenwerte zu verwenden, um detaillierte Sedimentschichten zu inferieren, ohne Gezeiten-, Eötvös-, Drift- und Geländekorrekturen anzuwenden.
Konsequenz
Konsequenz
Richtig durchgeführt liefert die Vermessung konsistente, georeferenzierte Gravitätslinien oder -gitter, die regionale Strukturen wie Beckensedimente, Krustenverdünnung, Seamounts und Dichtevariationen aufzeigen, relevant für Tektonik und Exploration.
Umkehrung
Umkehrung
Eine schlecht geplante oder unkorrigierte Vermessung erzeugt Daten, die sich nicht vom Instrumentenrauschen oder von fehlerhaften Trends unterscheiden und Interpreten zu falschen Strukturmodellen verleiten.
Abgrenzung
Abgrenzung
Gilt für in-situ Erfassungsplattformen (Schiff, Flugzeug, Gravimeter auf ROV/AUV) und für die Planung von räumlicher Abdeckung und Auflösung; schließt Satelliten-Gravitationsprodukte aus, sofern sie nicht zur Planung großräumiger Ziele dienen, und löst nicht die Nicht-Eindeutigkeit von Tiefe/Dichte.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Überlappt mit magnetischen, seismischen und bathymetrischen Erhebungen bei der Untergrundkartierung, unterscheidet sich jedoch dadurch, dass Gravimetrie auf Masse/Dichte reagiert, nicht auf Magnetisierung oder elastische Kontraste, sodass sich komplementäre, gelegentlich widersprüchliche Anomalien ergeben.
Synthese
Synthese
Eine Gravitationsanomalien-Vermessung ist eine planmäßige, instrumentelle Kampagne zur Messung gravimetrischer Variationen über ein Zielgebiet; geeignete Korrekturen und genaue Positionsbestimmung verwandeln Rohmessungen in ein räumliches Datenset, das zusammen mit anderen Geodaten Dichtekontraste einschränkt.