Definition
Ein kartographisches Erzeugnis, das geotechnische Informationen räumlich darstellt (z. B. Bodentypen, Tragfähigkeit, Sedimentmächtigkeit, CPT‑Standorte und interpretierte Schichtgrenzen) unter Verwendung standardisierter Symbolik, Maßstab, Projektion sowie einer expliziten Darstellung von Datenbasis und Unsicherheit.
Prinzip
Prinzip
Ingenieurrelevante räumliche Muster klar und konservativ kommunizieren: Datengrundlagen anzeigen (Probepunkte, Interpolationsgrenzen), Einheiten definieren, Maßstab und Projektion angeben, Unsicherheits‑ oder Konfidenzschichten beifügen und Metadaten/Provenienz bereitstellen, damit Nutzer Eignung für Entwurfsentscheidungen beurteilen können.
Demonstration
Demonstration
Eine Standortkarte mit interpolierten Konturen der Meeresboden‑Tragfähigkeit auf Basis von CPTs und Bohrungen, Positionen von Laborproben, Polygonen interpretierter Tonschichten mit Schraffur zur Darstellung von Vertrauensstufen, einer separaten Ebene für Bereiche außerhalb der Interpolationsunterstützung, Legende mit Einheiten (kPa), Projektion (UTM‑Zone) und einem Metadatenblock mit Verarbeitungs‑Version und Datumsangaben.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Themenkarten erstellen, die geglättete Werte zeigen, ohne die räumliche Verteilung der Rohdatenpunkte oder Unsicherheitsgrenzen anzugeben, oder interpolierte Werte außerhalb der konvexen Hülle der Beobachtungen darstellen, als wären sie flächendeckend gültig.
Konsequenz
Konsequenz
Stellt Entscheidungsträgern räumlich explizite, interpretierbare Informationen für Standortwahl, Fundamententwurf, Routenplanung oder Umweltbewertung zur Verfügung; gute Kartographie reduziert Fehlinterpretationen und unterstützt das Risikomanagement in der Ingenieurpraxis.
Umkehrung
Umkehrung
Ein tabellarischer Bericht mit Einzelmessungen ohne räumliche Synthese oder kartographischen Kontext, der Anwender zwingt, eigene räumliche Interpolationen vorzunehmen und inkonsistente oder undokumentierte Kartenentscheidungen zu riskieren.
Abgrenzung
Abgrenzung
Bezieht sich auf ingenieurlich ausgerichtete kartographische Ausgaben für Entwurf und Planung; schließt rohe GIS‑Punktlagen ohne kartographische Gestaltung, wissenschaftliche Sedimentkarten ohne ingenieurliche Parameter und interaktive Explorations‑Webkarten aus, sofern diese nicht den Produktmetadaten und Exportstandards für ingenieurmäßige Nutzung entsprechen.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Überlappt mit thematischen ozeanographischen oder geologischen Karten: Die Spannung besteht zwischen geotechnischen Karten, die ingenieurrelevante Parameter, Unsicherheit und Stichprobenunterstützung priorisieren, und geologischen Karten, die Ablagerungsfazies, stratigraphische Beziehungen und Paläoumgebungen hervorheben.
Synthese
Synthese
Ein Geotechnisches Kartenprodukt ist eine sorgfältig erstellte Karte, die geotechnische Daten in räumlich kohärente, metadatengestützte und unsicherheitsbewusste Grafiken und Layer überführt, um ingenieurtechnische Entscheidungen und Risikobewertungen zu unterstützen.