Definition
Karbonatminerale (typischerweise Calcit, Aragonit oder Dolomit), die an Ort und Stelle innerhalb von Sedimenten oder an der Sediment–Wasser-Grenzfläche infolge lokaler chemischer Bedingungen ausfallen und nicht von anderswo her transportiert wurden.
Prinzip
Prinzip
Die Bildung authigener Karbonate wird durch lokale Übersättigung gesteuert, die durch biogeochemische Reaktionen (z. B. anaerobe Oxidation von Methan, die Bikarbonat erzeugt), Alkalinität, Fluidströmung und Keimbildungsstellen in der Sedimentmatrix verursacht wird.
Demonstration
Demonstration
An Methan-Seeps führt erhöhtes Bikarbonat aus anaerober Methanoxidation zu Karbonatzementen, die Pflasterungen und Noduli bilden, Sedimente verfestigen und Seep-Signale konservieren.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Davon auszugehen, dass alle Karbonatklasten in einem Sediment authigen sind; viele sind detritisch oder umgelagert aus umgebenden Schichten und haben andere Implikationen für die paläoenvironmentale Interpretation.
Konsequenz
Konsequenz
Die korrekte Identifikation authigener Karbonate liefert Aufzeichnungen über frühere Fluidflüsse, Methanflüsse und Redoxbedingungen und beeinflusst Porosität, Permeabilität und mechanisches Verhalten von Sedimenten.
Umkehrung
Umkehrung
Das Gegenteil sind detritische Karbonate: Körner oder Fragmente, die in die Ablagerungsstelle transportiert wurden und nicht durch lokale chemische Prozesse ausgefällt sind.
Abgrenzung
Abgrenzung
Bezieht sich auf in situ ausgefällte Karbonate im Ablagerungsumfeld; schließt bioklastische Karbonate aus, es sei denn, diese Skelette sind nachweislich am Ort durch lokale Übersättigung gebildet worden und damit authigen.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Es besteht Spannung zwischen petrographischen Kriterien der Authigenese (mikroskopische Zementbeziehungen) und geochemischen Proxys (Isotope, Spurenelemente), die manchmal widersprüchliche Provenienzsignale liefern.
Synthese
Synthese
Authigene Karbonate sind an Ort und Stelle gebildete Präzipitate, deren Mineralogie und Gefüge lokale biogeochemische und Fluidflussbedingungen dokumentieren, als Marker für Tiefenflüsse dienen und die Sedimenteigenschaften verändern.