Definition
Ein nummerierter Abschnitt in der quartären stratigraphischen Abfolge, definiert durch Sauerstoffisotopenverhältnisse (typischerweise δ18O) in mariner Mikrofossilienkalzit, der relative Änderungen des globalen Eisvolumens und der Tiefenwassertemperatur widerspiegelt.

Prinzip

Prinzip
Systematische Variationen im δ18O benthischer und planktischer Foraminiferen repräsentieren kombinierte Signale von Kontinental-Eisvolumen und Meerestemperatur; die stratigraphische Abfolge dieser Variationen erzeugt abwechselnde hoch-δ18O-(glaziale) und niedrig-δ18O-(interglaziale) Stadien.

Demonstration

Demonstration
Der MIS-Rahmen (z. B. MIS 1–5) dient der Korrelation von Bohrkernen: MIS 2 entspricht dem letzten glazialen Maximum mit hohen δ18O-Werten, während MIS 5e dem letzten Interglazial mit niedrigen δ18O-Werten und höherem Meeresspiegel entspricht.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Die Zuordnung einer MIS-Nummer zu einem Sedimentintervall ausschließlich anhand von Lithologie oder einem einzelnen lokalen Proxy ohne Vergleich mit der Isotopenstratigraphie kann Ereignisse zwischen Regionen fehlzuordnen.

Konsequenz

Konsequenz
Die Verwendung der MIS-Nomenklatur standardisiert die Korrelation zwischen marinen und terrestrischen Standorten und ermöglicht globale Synthesen von Paläoklima-, Meeresspiegel- und Eisschildzeitpunkten.

Umkehrung

Umkehrung
Eine Umkehr wäre, Isotopenstadien als lokale Lithostratigrafieeinheiten zu betrachten statt als global korrelierbare Chemostratigraphiemarker, wodurch die Vergleichbarkeit zwischen Standorten verloren ginge.

Abgrenzung

Abgrenzung
MIS werden durch Sauerstoffisotopenstratigraphie definiert und sind in kontinuierlichen marinen Karbonataufzeichnungen am zuverlässigsten; sie sollten nicht angewandt werden, wenn Diagenese, Auflösung oder nicht-marine Ablagerung das Isotopensignal verändert haben.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannungen bestehen zwischen dem chemostratigraphischen Konzept MIS und regionalen Chronostratigraphieschemata (z. B. terrestrische Stadial-/Interstadialnamen), die nicht notwendigerweise eins zu eins mit der MIS-Nummerierung übereinstimmen.

Synthese

Synthese
Marine Isotopenstadien sind global korrelierbare, isotopenbasierte Intervalle, die quartäre Klimaschwankungen über das δ18O mariner Carbonate indexieren und als Grundgerüst zur Synchronisierung paläoklimatischer Archive dienen.