Definition
Mineralische Anreicherungen auf oder im Meeresboden, die identifiziert, quantifiziert und unter bestimmten technologischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Bedingungen potenziell gewinnbar sind.
Prinzip
Prinzip
Ein Meeresbodenmineral wird zur Ressource, wenn seine geologische Konzentration, physische Zugänglichkeit und erwarteten Abbaukosten mit der verfügbaren Technik, dem Marktwert und den rechtlichen Genehmigungen zusammenfallen und so eine Gewinnung ermöglichen.
Demonstration
Demonstration
Beispiele sind manganreiche polymetallische Knollen auf abyssalen Ebenen, kobaltreiche ferromanganische Krusten an Seamounts, massive Sulfidablagerungen an hydrothermalen Quellen und Methanhydrate in Kontinentalrand-Sedimenten; jede wird durch Vermessung, Probenahme und ökonomische Modellierung beurteilt, bevor sie als Ressource eingestuft wird.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Jede Mineralvorkommen am Meeresboden ohne Prüfung der Gewinnbarkeit, ökologischen Auswirkungen oder rechtlichen Einschränkungen als Ressource zu bezeichnen oder ‚Ressource‘ fälschlich mit einer nachgewiesenen wirtschaftlich abbaubaren Reserve zu verwechseln.
Konsequenz
Konsequenz
Richtig angewandt leitet das Konzept systematische Exploration, Umwelt-Basisstudien, Genehmigungsverfahren und Ressourcenmanagement, die Abbauchancen und Schutzpflichten abwägen.
Umkehrung
Umkehrung
Das Gegenteil ist ein bloß beobachtetes mineralisches Vorkommen oder eine geologische Anomalie ohne nachgewiesene Konzentration, Zugänglichkeit oder rechtlich/ökonomische Machbarkeit und damit keine Ressource.
Abgrenzung
Abgrenzung
Umfasst feste mineralische Anreicherungen auf oder in Meeresboden-Sedimenten und -Gesteinen; schließt in Meerwasser gelöste Metalle, pelagische biogene Materialien, die nicht als Mineralien abgebaut werden, und terrestrische Lagerstätten außerhalb der marinen Grenze aus.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Es besteht Spannung zwischen ‚Ressource‘ (kontingente, wirtschaftlich definierte Kategorie) und Begriffen wie ‚Vorkommen‘ oder ‚Lagerstätte‘ (rein geologische Bezeichnungen) sowie zwischen ‚Ressource‘ und rechtlich anerkannten ‚Reserven‘.
Synthese
Synthese
Eine Seeboden-Mineralressource ist eine geologisch konzentrierte Zusammenstellung von Mineralen auf dem Meeresboden, die unter den aktuellen technischen Möglichkeiten, Marktbedingungen und rechtlichen Rahmenbedingungen als potenziell gewinnbar gilt und deshalb Gegenstand von Exploration, Bewertung und Management ist.